Bei uns war heute Nacht – still und heimlich – der Nikolaus. Wie auch bei vielen anderen in der Nacht auf den 06. Dezember. Ihm zu Ehren wollten wir eigentlich auf seine Geschichte zurückkommen und euch noch mal vor Augen führen, wo der Nikolaus eigentlich her kommt. Aber auf den Spuren des Nikolauses sind wir auf eine so besonders schöne und wertvolle Seite bzw. ehrenamtliche Einrichtung gestossen, die wir Euch nicht vorenthalten möchten: Und zwar die des
Nikolauspostamtes in St. Nikolaus.

Das Weihnachtspostamt St. Nikolaus
Jedes Jahr ehält das Team des Nikolauspostamtes in St. Nikolaus weit über 16.000 Briefe, die an den Nikolaus gesendet wurden. Sei es von einem Kind, oder von einem Elternteil für das Kind, von Geschwistern, der Oma, einer Schulklasse oder Kindergarten, Erwachsenen und und und…
Das Ziel des Nikolauspostamtes ist es, dass jeder Brief an den Nikolaus auch beantwortet wird.
So unterschiedlich die Absender so unterschiedlich auch der Inhalt der Briefe. Neben fröhlichen Grüßen an den Nikolaus und zum Teil sehr detaillierten Wunschlisten für Weihnachten gibt es auch eine nicht geringe Anzahl an Schreiben, die Sorgen und Nöten ausdrücken.
In den Antwortschreiben geht der Nikolaus darauf ein, ob z.B. ein Kind ihm ein Bild gemalt, einen Wunschzettel geschrieben, seine Adresse mit dem Weihnachtsmann verwechselt, ihm einfach Grüße gesendet hat, oder jemand einem Kind einen Brief schicken möchte.
Sind die Briefe besonders originell oder hat sich ein Kind viel Mühe gegeben, wird noch eine kindgerechte Geschichte in den Antwortbrief gelegt. Ein kreatives Faltheft, Leporello, mit Geschichten, Ausmalbilder und Rezepten erhält immer jedes Kind. Möglicherweise offenbaren die Kinder dem Nikolaus schriftlich ihre Sorgen, über die sie sonst mit niemandem reden können oder wollen. Diese Briefe werden dann auch handschriftlich und einfühlsam beantwortet. Oft sind Schulprobleme, Liebeskummer, Geldsorgen, Streit der Eltern oder schwere Krankheiten in der Familie die bewegenden Themen.
Das Briefpapier entwerfen die ehrenamtlichen Hilfs-Nikoläuse jedes Jahr aufs Neue selbst. Wenn der erste Entwurf steht, dann wird auch an einer Geschichte gebastelt, die dazu passt. Nicht selten benutzen sie dazu auch mal eine der spannenden Nikolauslegenden.
Nach dem Entwurf und der Geschichte oder Legende kommt jetzt der schwierigste Teil: Der Entwurf des Sonderstempels.
Alle drei wichtigen Teile müssen nun zu einer Einheit geschmiedet werden, diese Besonderheit hat auch regen Widerhall bei Sammlern hervorgerufen, denn jedes Jahr arbeiten wir mit viel Liebe und Hingabe an diesem Rahmen für die Antwortschreiben der Kinderbriefe.
++Das Nikolaus-Briefpapier 2011 +++Der Nikolaus-Poststempel 2011


Die aktuellen Weihnachtsmarken, die die Deutsche Post zur Verfügung stellt, runden das Gesamtbild des Antwortbriefes vom Nikolaus ab.

Die beantworteten und frankierten Kinderbriefe landen dann auf dem Schreibtisch des Nikolauses im Weihnachtspostamt. Auch hier stempeln ehrenamtliche Helfer und natürlich auch mal der Nikolaus persönlich den Nikolaus-Sonderstempel und entwerten damit dekorativ die Briefmarken. Dieser besondere Stempel wird erstmals am 5. Dezember eines jeden Jahres im Weihnachtspostamt St. Nikolaus gestempelt. An diesem Tag werden also auch erst die ersten Antwortschreiben an die Kinder versendet.
Ein Postbote nimmt die roten Kisten mit der Aufschrift „Sonderpostamt“ mit den vielen Schreiben entgegen und bringt diese nach Saarbrücken ins Briefzentrum. Dort werden sie nach Postleitzahlen sortiert und über Nacht zu den Bestimmungsorten gebracht. Ein Briefträger wirft sie dann i. d. R. am nächsten Tag den Kindern in den Briefkasten.
